Das 3. Gebot: DU SOLLST DEN FEIERTAG HEILIGEN!

Wer nimmt sich die Mühe, ein Gebot durchzuempfinden. Sieht man die Kinder, die Erwachsenen, wie sie leichtfertig mit den Geboten ihres Gottes umzugehen pflegen, so könnte, müßte jedem ernsthaft denkenden Menschen ein Grauen kommen.

Die Gebote werden in der Schule gelernt und oberflächlich durchgesprochen. Der Mensch ist froh, wenn er den Wortlaut in sich aufgenommen hat und einigermaßen darüber Auskunft geben kann, solange die Gefahr für ihn besteht, daß er darum befragt wird. Tritt er dann aus der Schule hinaus ins wirtschaftliche Leben, so ist auch dieser Wortlaut bald vergessen und damit auch der Sinn. Der beste Beweis dafür, daß es ihn überhaupt nicht wirklich interessiert hat, was sein Herr und Gott von ihm verlangt.

Aber er verlangt nicht einmal damit etwas, sondern gibt in Liebe allen Menschen, was sie dringend brauchen! Es wurde ja vom Lichte aus bemerkt, wie sehr die Menschen sich verirrten. So wies ihnen Gott wie ein Erzieher treu den Weg, der sie zum ewigen Sein im lichten Reich des Geistes führt, also zu ihrem Glück, während Nichtbefolgung zu der Menschen Unglück und Verderben führen muß!

Gerade deshalb ist es eigentlich nicht richtig, wenn man von Geboten spricht. Es sind vielmehr sehr gutgemeinte Ratschläge, das Zeigen des rechten Weges durch die Stofflichkeit, welche kennenzulernen der Wunsch der Menschengeister selbst gewesen ist.

Aber auch dieser so schöne Gedanke hat keine Wirkung auf den Menschen. Er hat sich viel zu sehr in seinen eigenen Gedankengängen buchstäblich verbohrt und will nichts weiter sehen oder hören außer dem, was er sich selbst zurechtgebaut an Anschauungen, die ihn sein kleines Erdenwissen zimmern ließ.

Er fühlt es nicht, wie ihn die Stofflichkeit stets weiter, immer weiter trägt bis zu der Grenze, wo
für ihn zum letztenmal Entweder-Oder steht, als die Entscheidung, die nun ausschlaggebend für sein ganzes Sein verbleibt, nach der er seinen so gewählten Weg bis zu dem Ende gehen muß, ohne davon nochmals zurück zu können, auch wenn ihm zuletzt noch Erkenntnis kommt. Sie wird sodann zu spät und trägt nur dazu bei, die Qualen für ihn zu erhöhen.

Um hier zu helfen, daß ihm trotz der Verirrungen noch rechtzeitig Erkenntnis kommen konnte, gab Gott den Menschen das dritte Gebot, den Rat, den Feiertag zu heiligen!

Bei der Erfüllung des Gebotes wäre in jedem Menschen in dem Zeitlaufe schon nach und nach die Sehnsucht auferstanden, dem Lichte zuzustreben, und mit der Sehnsucht hätte sich zuletzt auch noch der Weg gezeigt, der ihn hinaufbrachte zu der Erfüllung seiner Wünsche, die sich immer stärker werdend zum Gebet verdichten. Dann würde der Mensch heute anders dastehen! Durchgeistet, reif für das Reich, das nun kommen muß.

So höret Ihr und handelt, damit die Erfüllung des Gebotes Euern Weg bereite.

Du sollst den Feiertag heiligen! Du! Es steht ganz deutlich in den Worten, daß Du dem Feiertag die Weihe geben sollst, ihn für Dich heilig machen mußt!

Feiertag ist Feierstunde, also wenn Du ausruhst von der Arbeit, die Dir Dein Weg auf der Erde auferlegt. Du gibst der Feierstunde, dem Ruhetage aber keine Weihe, wenn Du dabei nur Deinen Körper pflegen willst. Auch nicht, wenn Du Zerstreuung suchst bei Spiel, Trunk oder Tanz.

Die Feierstunde soll Dich dazu führen, daß Du in Ruhe Einkehr hältst in Deinem Denken und Empfinden, Dein bisheriges Erdenleben überschaust, vor allem immer die zurückliegenden Werktage der letzten Woche, und daraus Nutzanwendungen für Deine Zukunft ziehst. Sechs Tage kann man immer überschauen, was länger währt, wird leicht vergessen.

Es bleibt dabei nicht aus, daß Dein Empfinden langsam höher schwebt und Du zum Sucher nach der Wahrheit wirst. Bist Du erst wirklich Sucher, wird Dir auch ein Weg gezeigt. Und wie Du hier auf Erden einen neuen, Dir bis dahin unbekannten Weg nur prüfend wanderst, forschend, so sollst Du auch auf den Dir neuen geistigen Wegen, die sich Dir erschließen, sorgsam Schritt für Schritt setzen, um immer festen Boden unter Deinen Füßen zu behalten. Nicht springen darfst Du, da dann die Gefahr des Sturzes mehr gegeben ist.

Durch derartiges Denken und Empfinden in den Feierstunden Deines Erdenseins wirst Du niemals etwas verlieren, sondern nur gewinnen.

Mit Kirchengehen heiligt niemand eine Feierstunde, wenn er nicht gleichzeitig dann in der Ruhezeit darüber nachdenken will, was er dort hörte, um es richtig in sich aufzunehmen und darin zu leben. Der Priester kann Dir Deinen Tag nicht heiligen, wenn Du es nicht von Dir aus tust. Wäg immer wieder ab, ob der eigentliche Sinn des Gotteswortes mit Deinem Schaffen ganz im Einklang steht. Durch diese Art wird dann der Feiertag von Dir geheiligt; denn er hat durch ruhevolle Einkehr den Inhalt erlangt, für dessen Zweck er eingesetzt wurde.

Ein jeder Feiertag wird so zu einem Marksteine auf Deinem Wege, der den Tagen Deiner grobstofflichen Tätigkeit rückwirkend auch den Wert verleiht, den diese für das Reifen Deiner Seele haben sollen. Sie sind dann nicht umsonst gelebt, und Du kommst dauernd vorwärts.

Heiligen heißt nicht vergeuden. Sobald Du dies versäumst, versäumst Du Deine Zeit, die Dir zum Reifen zugelassen war, und nach der Weltenwende, die jetzt ihre Strahlen langsam um Euch schließt, ist nur noch kurze Zeit gegeben, um Versäumtes nachzuholen, vorausgesetzt, daß Ihr dabei die ganze Kraft verwendet, die Euch blieb.

Heiligt deshalb den Feiertag! Sei es in Eurem Hause oder besser noch in der Natur, die Euch dazu verhilft, im Denken und Empfinden wach zu werden! Erfüllet damit das Gebot des Herrn. Es ist zu Eurem Nutzen!